Jusos Neustadt versuchen mit Stefan Maetz und Sebastian Dippold einen Neubeginn

Aller guten Dinge sind auch in der Politik manchmal drei. Nach zwei Juso-Generationen und einigen Jahren Pause unternimmt der "rote Nachwuchs" einen neuen Anlauf. Die Gründungsversammlung ging am Freitag im Konferenzraum des Hotel Grader über die Bühne. Mit der Doppelspitze Stefan Maetz und Sebastian Dippold wollen sich jungen Genossen wieder in der Kreisstadt etablieren.

Die Wiederauferstehung der Jungsozialisten nach den Anfängen in den 70-er Jahren unter Eero Winkler und einer intensiven Phase von 1995 bis 2000 unter Daniel Vollath wurde vom SPD-Ortsverein zwar begrüßt, aber nicht angestoßen. Die Initiative ging von den Jung-Politikern selbst aus.

"Bei uns gibt's keine Freimaß und keine günstigen Mobilfunkverträge", betonten die beiden frischgebackenen und gleichberechtigten Vorsitzenden unisono. "Auch wenn der gesellige Teil natürlich dazugehört, sind wir da, weil wir die Politik mitgestalten und etwas bewegen wollen", sagt Dippold. Statt einer aktiven Mitgliederwerbung sollen interessierte Jugendliche, von denen einige der Gründung beiwohnten, mit politischen Argumenten zur Mitarbeit überzeugt werden.

"Es können sich nicht alle Jugendlichen mit den derzeitigen Angeboten identifizieren", stellte auch SPD-Ortsvereinsvorsitzender Martin Filchner fest. Für ihn, der selbst zu den politisch sehr aktiven "90-er-Jusos" zählte, habe sich mit der Wiedergründung ein Herzenswunsch erfüllt: "Es ist wichtig, die jugendliche Perspektive in die Politik einzubringen und in der eigenen Partei einen eigenen Standpunkt zu vertreten."
"Es ist erfreulich, wenn sich junge Menschen in die Demokratie einbringen", lobten Bundestagskandidat Werner Schieder und Jens Simon, Vorsitzender des Juso-Kreisverbandes, die den Jungpolitikern als Starthilfe Info-Veranstaltungen und politische Diskussionen anboten. "Nehmt euch Zeit, eine eigene Meinung zu bilden, und nutzt die Angebote, euch zu informieren", riet stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender Uli Grötsch. "Ihr werdet schnell bemerken, dass es eine bereichernde Sache ist, sich auf die politische Arbeit einlassen."

"Wir sind keine verblendeten Visionäre mit übergroßen Zielen, aber wir stehen hier nicht plan- und ideenlos", bekräftigt Maetz. Zu den Bereichen, in denen sich die Jusos engagieren werden, wollte sich das Führungstandem noch nicht äußern, da die Kernthemen beim ersten Monatstreffen am Sonntag festgelegt werden. Unterstützt von ihrem Vorstandsteam, Kassier Adrian Kuhlemann, Schriftführer Johannes Schneider und den Beisitzern Erdi Kahn und Tobias Merkl wollen Maetz und Dippold neben der politische Weiterbildung die generationsübergreifende Zusammenarbeit mit anderen Gruppen in der Kreisstadt suchen und eine bessere Vernetzung der Jusos im Landkreis erreichen. Neben dem Wiederaufleben von Juso-Klassikern wie dem Boule-Turnier sind auch die Teilnahme am Bürgerfest und Aktionen im Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen der Neustädter Genossen angedacht.