Die Plage mit dem Plagiat

Karl-Theodor zu Guttenberg
Da kommt endlich wieder eine Lichtgestalt, einem, zu dem die Leute aufschaun, der reden kann, der klug ist, jung, charismatisch und der ist auch noch ein von und zu.
Jetzt macht der da so einen kleinen Fehler und wir kommen herausgekrochen, aus unseren Löchern und stürzen uns wie Aasgeier auf ihn, nur um ihn schlecht zu machen und um ihn bloßzutellen.
Karl-Theodor hat also abgeschrieben, aber das ist ja nicht so schlimm.
Was ist denn schon so ein Doktor-Titel?
Ist ja nur Jura.
Ist ja kein Mediziner.
Stell dir mal vor!
Und außerdem, so Fehler kommen ja vor, dass man mal vergisst korrekt zu zitieren!
Ja genau, das passiert schon mal, dass man den Beginn der Einleitung irgendwo zufällig liest und dann aus Versehen wortwörtlich wiedergibt!
Das ist der Konsens der PRO-KT-Fraktion.
Ich hoffe ihr nehmt euch selbst nicht ernst, bei dem was ihr da von euch lasst.
Niemand zweifelt an der Person oder dem Menschen Karl-Theodor zu Guttenberg.
Aber wir zweifeln seit diesen Vorwürfen an dem Bundesminister und dem Dr. jur. Karl-Theodor zu Guttenberg.
Diese Zweifel werden von der Uni Bayreuth entweder bestätigt werden, oder nicht.
Im Moment sieht die Sache aber doch sehr deutlich aus. Auch wenn ein Wiki natürlich nicht als bindend oder verpflichtend gesehen werden darf, so lässt sich hier doch schon etwas ablesen.
Es handelt sich (aller Ansicht nach) eben nicht um "ein oder zwei Sachen, mal eben vergessen zu zitieren". Und das sehen auch Leute so, die sich in der Materie mehr auskennen.
An einem Bundesminister muss man mit anderem Maß messen, selbst dann, wenn er von der CSU ist.
Parallelen zum Fall Käßmann tun sich auf:
Eine Person, beliebt, fähig, charismatisch, die ein Amt bekleidet, die in der Öffentlichkeit steht und die auch für etwas steht, macht einen Fehler. Einzig logische Konsequenz um das Gesicht zu wahren: Rücktritt. Auch wenn die Mehrheit damals zunächst gegen diesen war.
Wie jetzt auch im Fall Guttenberg.
Aber in der evangelischen Kirche predigt man eben nicht Wasser und säuft Wein.
Die Uni Bayreuth entscheidet jetzt, wie das im Fall Guttenberg ist.
Es gehört aber in jedem Fall mehr kriminelle Energie dazu, über "sieben Jahre in mühevollster Kleinarbeit (im 12. Absatz) hinweg eine "falsche" Doktorarbeit zu verfassen, als an einem Abend etwas zuviel zu trinken und über die Promillegrenze zu kommen.
Bis das aber von der Uni Bayreuth geklärt ist, sollte man sich zurückhalten.
Dass immer mehr an möglichen "Plagiaten" gefunden wird, ist nicht unser Fehler. Auch wenn diverse Facebookseiten schon von einer "Jagd" auf KT sprechen.
Es gibt keine Jagd.
Und schon gar nicht von uns.
Deshalb ist die Vehemenz, mit der ihr zurückschiesst in keinem Fall angemessen oder gerechtfertigt.
Man hat lediglich durch Verse die Ferse an eurem Achill gefunden.
Und jetzt habt ihr Angst, dass wir euren Messias an's Kreuz schlagen.