Hey Petra - was ist etz mit der Uni-Maut?!

MdL Petra Dettenhöfer - für oder gegen Studiengebühren?!
MdL Petra Dettenhöfer - für oder gegen Studiengebühren?!

Unsere Petra Dettenhöfer läuft seit knapp zwei Wochen durchs Land und will die Studiengebühren abschaffen! Über eine weitere Mitstreiterin gegen diese Ungerechtigkeit kann man sich ja eigentlich freuen, wenn es das große "Aber" nicht gäbe.

 

Hey Petra - du verwirrst uns und deine Wählerinnen und Wähler!

 

Hey Petra - wir verstehen die Welt nicht mehr!

 

Hey Petra - kannst du dich nicht entscheiden oder was ist los mit dir?!

Also Petra, angefangen hat alles am 14. November 2012 in Floß am Ehrenabend der örtlichen CSU. Da stand im Neuen Tag, dass es gemein ist, wenn über den Länderfinanzausgleich die Berliner umsonst studieren dürfen und das bajuwarische Kind nicht. Zu diesem Zeitpunkt warst du mit einer komischen Logik (kann der Bub oder das Mädl ja nach Berlin zum kostenlosen Lernen) dagegen.

 

Liebe Petra, auf der Jubilarehrung in Parkstein warst du ja auch. Der Presseartikel stammt vom 26. November 2012. Man konnte lesen, dass du dich schon seit 2004 für die Abschaffung eingesetzt hast. Leider ohne Erfolg - doof. Aber immer noch dagegen.

 

Hey Petra - jetzt wird es verdammt kompliziert!

Bei der Jahreshauptversammlung der CSU Floß im April 2012 hast du gesagt - wir zitieren: "Als anfängliche Skeptikerin habe ich mich hier eines Besseren belehren lassen. Die Studienbedingungen haben sich eminent verbessert und wenn man auf die Zahl der Studienanfänger blickt, halten die Gebühren auch niemanden vom Studieren ab."

Wie jetzt!? In Floß, bei den gleichen Leuten warst im Frühjahr noch für Studiengebühren? Weil die gesammelten Erfahrungen positiv waren?

 

Wenn man jetzt noch weiter zurück geht, dann findet man die Aussage von dir, dass bei Studiengebühren genaue Erkundigungen einzuholen sind, da es sehr viele Ausnahmeregelungen gebe. Nur 75 Prozent der Studierenden müssten diese Gebühren bezahlen. Die stammt übrigens vom 3. März 2009. Wie soll des interpretiert werden? Ist es ungerecht, dass die restlichen 25 Prozent nicht zahlen oder die 75 Prozent zahlen müssen?! Wir werten es neutral als "unschlüssig".

Wobei du dich im Februar 2009 selbst als Gegnerin der Studiengebühren vor einer Berufsschulklasse bezeichnet hast. Die Info haben wir diesmal sogar von deiner eigenen Homepage!

 

Hey Petra - jetzt wird es spannend!

 

Am 22. April 2009 fand eine namentliche Abstimmung zur Abschaffung der Studiengebühren statt. Als selbsternannte Gegnerin, Retterin aller Witwen und Waisen, hast du für 500 Euro pro Semester gestimmt! (Quelle: Protokoll Landtag, Seite 34) Was war da los? Zum falschen Zeitpunkt die Hand gehoben?

Aber Petra - des war vor drei Jahren. Alles nicht so schlimm. Die Debatte ist jetzt neu entbrannt und du kannst dich diesmal als harte und unbarmherzige Gegnerin beweisen.

 

Dein Name ist aber nicht umsonst Petra "Mrs. Surprise" Dettenhöfer! Hast zum Glück eine Stellungnahme ins Internet gefeuert - datiert auf den 25. Oktober 2012. Darin heißt es du willst dich nicht entscheiden, solange die 180 Mio. Euro Ausfall für die Hochschulen nicht gesichert sind. Das Argument könnte eigentlich cool sein, gäbe es da nicht 370 Mio. Euro Mehreinnahmen. Das ganze Geld auf Uni-Sparbüchern lasst du als Gegenargument gar nicht zu. Auch geil. Die Hochschule Kempten hat beispielsweise 2011 "nur" 60 Prozent verwendet. Das Lieblingsablehnargument ist: "... die Studierendenvertretungen ... überzeugt haben, dass sehr viel Positives durch die Studienbeiträge an den Universitäten und Hochschulen bewegt werden konnte." Kein Kommentar dazu. Zusammenfassend: dagegen, aber irgendwie wieder unentschlossen. Das finale Nein fällt dir sichtlich schwer!

Sehr geehrte Frau Dettenhöfer - wir haben gehofft, dass ihre finale Meinungsbildung endlich nach dreijährigem Abwägen abgeschlossen wäre, aber nein!

 

Sehr geehrte Frau Dettenhöfer, wieso haben Sie der Abschaffung abermals am 14. November 2012 bei einer namentlichen Landtagsabstimmung nicht zugestimmt? Trauen Sie sich nicht? (Quelle: Bayerischer Landtag)

 

Sehr geehrte Frau Dettenhöfer, kann es sein, dass Sie uns - die Wählerinnen und Wähler - verar***en wollen?

 

Sehr geehrte Frau Dettenhöfer, welche Interessen vertreten Sie eigentlich im Ausschuss für Hochschule, Forschung und Kultur? Hatten Sie auch nur einmal die Interessen der Studierenden im Kopf?

 

Sehr geehrte Frau Dettenhöfer, nennen Sie ihr Spielchen glaubwürdig? Immer das zu denken, was die Partei will?

+++ Ergänzung +++ Ergänzung +++ Ergänzung +++ Ergänzung +++

"Hochschulpolitikerin" Dettenhöfer trifft sich mit Studierenden und diskutiert über die Gebührenabschaffung (Der neue Tag, 11. Dezember 2012). Diesmal hat sich Frau Dettenhöfer "ursprünglich für die Beiträge engagiert", weil die Studierenden die Gebühren begrüßt (!) hätten, aber wegen der Zahlungen des Freistaats in den Länderfinanzausgleich wurde Sie umgestimmt.

 

Alles Quatsch! Sollen sich andere Bundesländer von Bayern diktieren lassen, wie sie ihre Politik gestalten wollen!? Zudem sind bei dieser 'Argumentation' Ausgleichszahlungen gerechtfertigt, da Bayern weniger AkademikerInnen ausbildet als einstellt und dadurch eventuell "Abwerbegebühren" zu zahlen hat. Punkt.


Der Positionswechsel des Wandervogels MdL Petra Dettenhöfer (CSU) visualisiert.


Für Studiengebühren

 

2004  - Studierenden wollten Gebühren

 

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22. April 2009 - Landtagsabstimmung!

 

April 2012 - Skeptikerin wurde überzeugt

 

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November 2012 - Landtagsabstimmung!

 

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unschlüssig | verwirrt

 

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März 2009 - 75 Prozent ZahlerInnen

 

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Oktober 2012 - Wohlüberlegter Ausstieg

 

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Gegen Studiengebühren

 

2004 - also zur Einführung

 

Februar 2009 - Berufsschultag

 

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November 2012 - Jubilarehrungen Floß und Parkstein

 

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Dezember 2012 - Diskussion mit Studierenden



Zusammengefasst von Adrian Kuhlemann.