SPD Ortsverein besichtigt Klärwerk

Die Abwasserentsorgung gehört zu den Grundaufgaben einer Stadt. Wie sie funktioniert, welche Einrichtungen notwendig sind, aber auch was für deren Unterhalt und Erhalt investiert werden müssen, davon konnten sich die Mitglieder der SPD-Ortsvereins zusammen mit ihren Stadtratskandidatinnen und Stadtratskandidaten selbst überzeugen. Außerdem machten sie sich ein Bild von den aktuellen Sanierungsarbeiten der Faultürme und der Betriebsgebäude sowie den energetischen Umbaumaßnahmen.

Josef Härtl führt die Neustädter SPD durch das Klärwerk
Josef Härtl führt die Neustädter SPD durch das Klärwerk

„Es ist wichtig zu wissen, wo, warum und in welchem Umfang Investitionen und damit verbundene Kosten notwendig sind“, so Bürgermeisterkandidat Wolfgang Schwarz. Insgesamt führen die beiden geplanten Bauabschnitte zu finanziellen Aufwendungen von ca. 3,6 Millionen Euro, einerseits sind diese baulich und betrieblich absolut notwendig, andererseits aber auch wirtschaftlich sinnvoll und rentabel. Auf die Frage von Klaus Meierhöfer, welche Einsparungen denn durch die energetische Sanierung möglich seien, rechnete Klärwerksmeister Josef Härtl bei einem Betrachtungszeitraum von 10 Jahren mit knapp 500 000 Euro. „Die Kostenschätzungen erwiesen sich hierbei als ausgesprochen gut, die ursprünglichen Planungen werden hier eingehalten“, so Altbürgermeister Gerd Werner, der den Rundgang organisiert hatte.

Zu Beginn der Führung durch die Anlage informierte dieser die Sozialdemokraten aus Neustadt über die Entstehung des Abwasserzweckverbandes und der daraus resultierenden gemeinsamen Kläranlage. Werner, kraft seines Amtes als früherer Bürgermeister selbst Vorsitzender des Abwasserzweckverbandes, konnte dabei viele fundierte Einblicke und den Werdegang bis zur heutigen Zeit eindrucksvoll schildern.

 

Bereits 1965 unter Bürgermeister Hans Trottmann kam es zur Gründungsversammlung dieses interkommunalen Vorzeigeobjekts zwischen Neustadt und Altenstadt. Fast auf das Monat genau vor 40 Jahren, am 10.12.1973 wurde die Anlage eingeweiht. Bereits zu diesem Zeitpunkt gab es Verhandlungen mit der Gemeinde Störnstein zur Aufnahme in diesen Verband, die dann 1974 offiziell beitrat. Weitere Ortsteile von Nachbargemeinden wie Wöllershof, Edeldorf und Wilchenreuth sollten folgen. 1990 begannen die Planungen für eine Erweiterung der Kläranlage auf 30 000 EW (Einwohnerwerte), die 1998 abgeschlossen war. Baukosten von insgesamt fast 12 Millionen DM waren dafür notwendig. „Derzeit ist die Anlage mit 19000 EW also gut aufgestellt und für die Zukunft gerüstet“, folgerte Schwarz.

 

Nach den geschichtlichen Hintergründen führte Leiter der Kläranlage Josef Härtl, die „Seele der Anlage“ und „ein Glücksfall für den Zweckverband“, durch den Betrieb. Dabei erklärte Klärwerksmeister Härtl, der bereits seit 1986 hier beschäftigt ist, die Abläufe der Abwasseraufbereitung von der groben Reinigung über „Nitrifikiation, Denitrifikation und Wiederbelebung“ bis hin zur Wiedereinleitung in die Naab. Yeliz Hahn wollte wissen, wie man mit den Abwassermengen bei starken Regengüssen zu Rande käme. Durch mehrere Rückhaltebecken sei ein Überlaufen nahezu ausgeschlossen.

 

Am Ende der Führung waren alle Teilnehmer sichtlich beeindruckt von der komplexen und verantwortungsvollen Arbeit der Mitarbeiter. SPD-Vorsitzender Martin Filchner übergab Klärwerksmeister Josef Härtl eine Flasche Rotwein und bedankte sich im Namen aller für dessen außerordentliches Engagement.